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Es sind noch Plätze frei...

...in unserem Kurs "Mit dem Biogärtner durchs Jahr" über die Volkshochschule Bad Mergentheim.

Die Termine sind: 17.03., 21.04., 12.05. und 16.06. - jeweils Samstag 15:00 Uhr bis 17:30 Uhr bei uns in der Gärtnerei.

 

Thema am 21.04. wird das Pflanzen und Pikieren sein. Wenn Interesse besteht, können wir uns zusammen den Beerenschnitt anschauen.

In der Gruppe können wir dann besprechen, auf welche Themen bei den folgenden Terminen näher eingegangen werden soll. Auf jeden Fall aber zeigen wir bei jedem Treffen, was gerade ansteht im Garten... säen, pikieren, pflanzen... welche Erde ist wofür geeignet... Wir freuen uns auf einen regen Austausch :)

 


Guckt doch nicht so pikiert...

…sage ich zu den Tomatenpflänzchen. Aber sie können nicht anders, sie sind nun mal pikiert ;-) …und gleich darauf gucke auch ich etwas pikiert, weil sie ihre Köpfe hängen lassen. Die Töpfchen müssen schleunigst ins Wasser, damit sie sich ordentlich vollsaugen können; und auf dem Glas-Gewächshaus muss die Schattierung befestigt werden.Es befindet sich auf der Südseite des ehemaligen Hühnerstalls, und so gut den Pflanzen die Wärme tut, wenn die Sonne durch die Scheiben brennt, ist es einfach zu heiß.

Links: Für das Foto halte ich die Berner Rose (eine alte, sehr aromatische Schweizer Fleischtomate) ganz vorsichtig am Stängel. Besser ist es, sie beim Pikieren an den zusammengeklappten Keimblättern zu fassen.

Unten: Hannes befestigt die Schattierung am Glashausdach

 

Jetzt geht es bei uns Schlag auf Schlag, alles ist gleichzeitig zu tun: Säen, pikieren, pflanzen, hacken… die Jungpflanzen ziehen regelmäßig um, vom warmen Glashaus ins nicht ganz so warme Folienhaus und ein bis zwei Wochen vor dem Pflanzen nach draußen in den offenen Folientunnel zum Abhärten.

 

Die Ernte beginnt ebenfalls: Ab nächster Woche gibt es von uns Spinat und Kräuter in den Abokisten, bald sind Salat und Radieschen soweit…

 


Auch die Bienen fliegen schon, in der großen Weide blühen die Weidenkätzchen und der ganze Baum summt. Stephan, der Imker, hat ein paar Völker vereinigt, da einige durch den langen Winter etwas geschwächt waren. Diese Woche säen wir die ersten Blühstreifen aus.

 

Und zusammen mit der Waldorf-Schülerin aus Wuppertal, die ihr 4-wöchiges Landbaupraktikum bei uns macht, werden wir noch ein paar vom Sturm heruntergewehte Nistkästen sauber machen und wieder aufhängen. Wir sind leider sehr spät dran, und einige Kästen sind auch schon bewohnt, aber vielleicht sucht ja doch noch das ein oder andere Vogelpaar einen Brutplatz. Meisen sind gute Helfer im Garten, sie vertilgen gefräßige Raupen, zum Beispiel die des Frostspanners, deren Leibspeise die jungen Blätter, Blüten und auch Früchte von Obstbäumen sind. Ein paar Hundert dieser Raupen frisst eine Meise am Tag und füttert auch ihre Jungen damit.

Unter dem Dach des Pavillons am Waldrand hat im letzten Jahr der Zaunkönig genistet, sein Nest ist dann aber abgestürzt. Heute morgen haben wir ihm ein Brettchen angeschraubt und ein paar Stunden später schon haben wir gesehen, dass ein Nest gebaut wird; ein schönes Frühlings-Erlebnis :)

 


Unruhige Nächte...

…hatte Lutz während der Kältephase. In den Gewächshäusern stehen Jungpflanzen fürs Freiland auf den Tischen, die darauf warten, in die Erde zu kommen. Aufgrund des (hoffentlich) letzten Aufbäumens des Winters konnten die Frühlingsarbeiten nicht weitergehen. Die gesäten Paprika, Auberginen und Tomaten sind gut gekeimt und dürfen jetzt nicht zu kalt werden; vor allem warme Füße brauchen die kleinen Pflänzchen. Das ist wichtig für ein gutes Wurzelwachstum, denn  wenn sich die Wurzeln nicht gut entwickeln, kann sich die Pflanze später nicht gut mit Wasser und Nährstoffen versorgen, sie muss schon jetzt viele Seitenwurzeln ausbilden. Mit einem Thermostat regulieren wir die Temperatur in den Häusern, je nach Pflanzen frostfrei oder um die 10°C. Wenn wir wissen, dass Gasflaschen am Leerwerden sind, schließen wir am Abend noch eine volle an und dann hoffen wir, dass alles gut geht, dass die Thermostate alle funktionieren und uns die Technik nicht im Stich lässt. Wasserleitungen, die auffrieren könnten, packen wir dick in Kompostvlies ein und tauen sie schon mal mit dem Bunsenbrenner auf, wenn wir dringend bewässern müssen.

 

Links: Lutz beim Wechseln der Gasflaschen fürs Glashaus

 

Rechts: Heizung unter den Anzuchttischen

im Folienhaus


Die Pflanzen und Samen, die schon in der Erde sind, haben wir im Freiland und in den Häusern mit Vlies geschützt, darunter ist es dann ca. 2°C wärmer. Und Salatpflanzen halten durchaus ein bisschen Frost aus.

 

Selbst in unserer Kühlung hängt ein Frostwächter, um die Temperatur auf ca. 5°C zu halten. Wenn wir in die Kühlung kommen und es dort als gemütlich warm empfinden, wissen wir, dass es draußen wohl wirklich kalt ist ;-) Auch der Laderaum vom Abo-Bus wurde vor den Touren mit einem Heizlüfter etwas vorgewärmt, damit das Gemüse in Ihren Kisten keinen Frostschaden bekommt; wir hoffen, dass alles gut gegangen ist.                                                          

Eichblattsalat unter Vlies, gepflanzt Mitte Februar

 

Wir freuen uns also auf freundliche Tage nach dem nun angekündigten Regen, damit wir endlich loslegen können und auch die Obstbäume und Beeren weiter schneiden können; auch das haben wir unterbrochen, denn Frost an den frischen Schnittstellen tut ihnen nicht so gut.

 

 


"Hacket! Hacket! Wer hackt, der düngt!"

…heißt es in „Das neue Lehrbuch für gewinnbringende Arbeiten im Feld und im Garten“ von 1915. Seine Gültigkeit hat das bis heute nicht verloren; wir beobachten regelmäßig, wie die verschiedensten Gemüse einen Wachstumsschub bekommen nachdem sie gehackt wurden. Warum tut den Pflanzen das so gut? Der Boden wird belüftet, das fördert die Aktivität der Mikroorganismen, die ein wichtiger Teil des Nährstoffkreislaufs sind, sie stellen durch ihre Arbeit den Pflanzen Nährstoffe zur Verfügung. Zudem werden die Kapillare unterbrochen, durch die Wasser aus dem Boden verdunstet. Bei einem verschlämmten Boden wirken diese wie Kamine. Wenn wir oberflächlich hacken, unterbrechen wir diese Kapillare und die Feuchtigkeit bleibt länger in der Erde. Und eine lockere Erde nimmt Gieß- und Regenwasser viel besser auf als eine verkrustete und verdichtete. Nicht zuletzt dient das Hacken natürlich der Beikrautregulierung. Ganz blitzeblank muss es aber nicht sein, denn ein bisschen Konkurrenz beim Wachsen schadet keinem Gemüse; und blühende Taubnesseln zum Beispiel locken Insekten in unser Gewächshaus, die dann auch Tomaten & Co. bestäuben.

Oben: Der letzte Feldsalat und der "neue" Salat im Folienhaus; unten: Es wird alles genau festgehalten zur Orientierung in den nächsten Jahren, auch wir lernen aus Erfahrung

Rechts oben: Kohlrabi und frühe Tomaten in Gemeinschaft im Glas-Gewächshaus; rechts unten: Zwiebel "Stuttgarter Riesen" im Bügelstadium.

Unsere Häuser sind so gut wie voll und im Freiland wachsen schon die ersten Mangold- und Petersilienpflänzchen. Wir haben insgesamt schon 3.500 Salate gepflanzt, 700 Kohlrabis, 125 Mangold- und 2.600 Spinatpflänzchen. Auch mit der eigenen Anzucht haben wir begonnen, wir haben knapp 800 Salate und ebenso viele Zwiebeln gesät – bei letzteren probieren wir heuer das erste Mal selbst die Anzucht aus. Ein paar hundert Paprika, Auberginen und Tomaten keimen auch schon und werden in wenigen Wochen pikiert.

 

Wir freuen uns an all dem Wachstum und haben sehr die ersten warmen Tage genossen. Auf ein fruchtbares Jahr für uns und euch alle, nicht nur im Garten :)   

 


Nachruf…

 

Unsere freilaufende Häsin Tanja ist ins Licht gehoppelt.

Die zwei brasilianischen Praktikanten haben sie letztes Jahr nach der Gurkensorte benannt.

Sie ist vor über zwei Jahren (damals noch mit ihrer Hasenkollegin) immer wieder ausgebüxt,

hat sich seitdem weitgehend selbst versorgt und auch schon zwei Winter gut überstanden.

Sie ist ab und zu in die Scheune gehoppelt und hat Heu und Getreide geknabbert und im Sommer lag sie manchmal oben im Garten in der Wiese und hat sich die Sonne auf den Pelz scheinen lassen. Am Gemüse hat sie sich nie vergriffen, nur bei den Kräutern unserer Gärtnerfamilie konnte sie manchmal nicht widerstehen. Wir haben uns immer an ihr erfreut, wenn wir ihr begegnet sind, sie war eine wirklich freie Häsin und hat es sehr genossen.

 

Als sich letztens der Frühling gerade ein bisschen gezeigt hat, wurde sie von unserem Nachbarn Jens gefunden, völlig unverletzt, wir wissen nicht, was ihr widerfahren ist… auf ihrem Grab wächst eine Petersilie als Proviant für ihre Reise.     

 



Was macht der Gärtner im Winter?

Im Winter haben wir endlich mal Zeit - denken wir jedes Jahr aufs Neue. Zeit, Dinge zu reparieren, aufzuräumen, Geräte ordentlich einzuwintern, uns gut vorzubereiten auf die nächste Gartensaison. Wie immer ist der Winter viel zu kurz, und Mitte Februar werden wir schon die ersten Aussaaten machen - Paprika, die eine lange Keimdauer haben; sie dürfen in der warmen Wohnung stehen, denn im Gewächshaus müssten wir zu viel heizen. Ebenfalls um diese Zeit werden die ersten Salatpflanzen von der Jungpflanzen-Gärtnerei Natterer kommen, die ins Gewächshaus gepflanzt werden und Temperaturen knapp über null Grad gut vertragen. Ab Anfang März ziehen wir dann auch die Salate selbst und säen alle 2 bis 3 Wochen ca. 800 Stück aus.

 

Wir haben doch einiges geschafft diesen Winter... die alljährliche Anbau-Absprache mit dem Gärtnerhof Reginswind Uffenheim und natürlich unsere eigene Anbauplanung: Was kommt wann auf welches Beet, wie lang wird es da stehen und was wird dort danach wachsen? Wann machen wir welche Aussaaten, damit wir gleichmäßig über die Saison verteilt fürs Abo und die Bioläden ernten können? Saatgutinventur und -bestellung haben wir gemacht, endlich die letzten Lagerzwiebeln geputzt, den Kohl durchgeputzt... wir und Charlotte, die ja jetzt allein fürs Abo zuständig ist, haben die Infrastruktur im Packraum und Kühlhaus optimiert, ausgemistet, saubergemacht... und dabei alte Schätze entdeckt: Bis Ende 2016 wurden die Abokisten noch nicht computergebunden gepackt, sondern mit Hilfe der Holzschieber auf dem Foto in der Mitte, auf die wir jede Woche die neuen Packpläne geklebt haben; wir haben alte Hofbriefe gefunden und uns berühren lassen. Wir haben Feldsalat gepflanzt, bis in den November hinein - bis Februar können wir regelmäßig ernten. Und wir fragen uns alle paar Tage, welches Stück Weide wir unseren 3 Zebus als nächstes geben, weniger wegen der Weide an sich (klar, es wäre nicht schlecht, wenn sich die Flächen ein bisschen erholen könnten, und Heu bekommen sie sowieso zusätzlich), sondern eher wegen der Wege zwischen Stall und Wiesen, die zu dieser Jahreszeit immer wieder im Matsch versinken.

 

Und was hat es mit dem Baumstamm und den Zapfen auf sich? An der Weide am kleinen See, aus dessen Quelle wir übrigens unsere Felder bewässern, haben wir eingeklemmte Fichtenzapfen entdeckt. Das ist das Werk eines Eichhörnchens, so kann es die leckeren Samen besser herausholen.


Und wieder wird es Herbst...

 

Der erste Feldsalat ist bereits gepflanzt, ca. 1500 Hokkaido-Kürbisse geerntet, nach und nach werden die Zwiebeln und der Knoblauch geputzt... Herbststimmung schleicht sich ein, auf den Feldern und in uns.

 

Die Kürbisse lagen geerntet eine Woche auf dem Feld, damit der Stiel gut trocknen und verkorken konnte; vor dem Regen haben wir sie nun auf den Wagen geladen. Geschützt stehen sie noch an der Luft, vor den ersten richtig kalten Nächten müssen sie jedoch eingelagert werden, denn dem Kürbis tut Kälte nicht gut, er hat in der Lagerung am liebsten Temperaturen um die 15° C.

Bei den Stuttgarter Riesen ist der Name Programm; diese mitunter richtig großen Zwiebeln gefallen uns besonders gut, sie sind herbstlich goldbraun und haben eine so schöne Form.

 

Das merkwürdige Gebilde auf dem Foto unten gehört zu unserem Zuckermais. Die hohen Maispflanzen bilden Stützwurzeln, um einen stabileren Stand zu haben.

 

Bald schon werden wir die Schlangengurken-Pflanzen aus dem Gewächshaus holen, sie haben schon fast aufgehört zu tragen.

Die Auberginen sind dieses Jahr leider sehr von Spinnmilben befallen, wir haben im unteren Bereich großzügig die betroffenen Blätter entfernt und hoffen, dass sie so noch ein bisschen gesund bleiben.

Unseren Tomaten geht es noch sehr gut, sie sind nur teilweise von Phytophthora (Kraut- und Braunfäule) befallen. Wenn es jetzt vermehrt nass-kalt wird, bleibt diese Erkrankung leider auch im geschützten Anbau im Gewächshaus nicht aus. Da heißt es: Immer gut lüften und möglichst die kranken Pflanzenteile entfernen.

 

Wir wünschen uns und Ihnen allen einen goldenen Herbst, auf dass die Sonne warm ins Gesicht und in die Herzen scheint.



 

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