Wir – und zwar wir alle – könnten noch so viel finanzielle Mittel haben: Wenn es keine fruchtbaren Böden mehr gibt auf der Erde, können keine (gesunden) Nahrungsmittel mehr für uns wachsen, wir würden mehr und mehr abhängig werden von kurzfristig und hoch wirksamen Düngern und Pflanzenschutzmitteln, die die Böden nur noch weiter zerstören würden.

 

Unser höchstes Gut, auf das wir keinesfalls verzichten können und das wir vor allem anderen brauchen, ist also ein gesunder Boden. Wir behandeln ihn behutsam, verdichten ihn nicht unnötig, fördern seine Lebendigkeit.

 

 

Die Pflanzen sollen sich genau das aus dem Boden holen können, was sie wirklich brauchen. Wir führen ihnen keinen künstlichen Dünger zu, den sie über das Wasser unweigerlich aufnehmen müssten, sondern erhalten auf natürliche Weise ein breites Nährstoffangebot in der Erde aufrecht. Im Ablauf der Fruchtfolge mit einer Phase der Gründüngung, die Stickstoff im Boden bindet und verfügbar macht, lassen wir verschiedene Gemüse zu unterschiedlichen Zeitpunkten auf unseren Feldern wachsen. Den Kürbis zum Beispiel direkt im ersten Jahr nach der Gründüngung, denn er hat als Starkzehrer einen hohen Nährstoffbedarf. Ganz am Ende des Zyklus‘ kommen dann beispielsweise die Möhren dran, sie sind sogenannte Schwachzehrer. Das Interessante dabei ist: Die Möhre braucht wenig Nährstoffe, darüber hinaus aber ist es gar nicht förderlich für ihre Gesundheit und ihr Aroma, wenn sie zu viel davon bekommt.

 

Die Pflanzen der Gründüngung durchwurzeln außerdem den Boden, halten ihn luftig und aufnahmefähig für Wasser; das beugt Erosion und Verschlämmung vor und kommt der Wasserspeicherfähigkeit zugute.

 

 

 

Auch Regenwürmer lockern den Boden und tragen mit ihren Ausscheidungen zum Aufbau von fruchtbarem Humus bei. Deshalb wollen wir viele von ihnen in unseren Kompost (von lat. compositum, „das Zusammengestellte“) und auf unsere Felder locken.

 

 

 

 

 

Die Kompostierung ist eine Wissenschaft für sich, in manchen Betrieben gibt es Mitarbeiter, die sich ausschließlich um die Pflege und optimale Reifung dieses wertvollen Gutes kümmern.                     

 

Hier aber stark gekürzt das Wichtigste:

 

Das Material darf nicht zu nass und nicht zu trocken sein, soll Wärme entwickeln, um die Umsetzungsprozesse anzuregen, darf aber nicht zu heiß werden, damit keine Verbrennungen entstehen. In verschiedenen Phasen geben sich unterschiedliche Organismen in unserem Kompost die Klinke in die Hand:                                                                                                        

 

In der – im wahrsten Sinne des Wortes – heißen Phase bauen Bakterien unter anderem Kohlenhydrate ab, anschließend wandeln Pilze Eiweißstoffe in Nitrat um, damit in der letzten Phase der Aufbau starten kann. Es reift wertvolles, erdig und nach frischem Waldboden riechendes Material heran.

 

Hier kommen auch unsere Freunde, die Regenwürmer, ins Spiel; außerdem so interessante Krabbler wie Tausendfüßer, Springschwänze und Asseln. Die Regenwürmer, genauer gesagt die Kompostwürmer, graben sich durch den Kompost und fressen, was sie kriegen können: Das von den anderen Tierchen zerkleinerte Material und Mineralien; beides vermengen sie bei der Verdauung und scheiden einen krümeligen Wurmhumus aus, der mehr Stickstoff, Phosphor und Magnesium enthält als das Ausgangsmaterial.

 

In unseren Mieten ist der Kompost nach einem guten halben Jahr fertig, und wir reichern die Erde auf unseren Feldern und in den Gewächshäusern damit an. Letztere bekommen außerdem eine Portion Hornspäne, Holzasche und Gesteinsmehl, bevor wir die Beete bepflanzen. So gleichen wir etwas die Auswirkungen des besonderen Klimas in den Häusern aus.

 

Wenn wir unsere Beete und Felder für die Pflänzchen vorbereiten, wollen wir den Boden lockern, große Erdklumpen zerkleinern und das Feld ebnen. Wir lassen aber unsere Geräte nur so tief wie wirklich nötig in die Erde eindringen und wollen die Schichten nicht durcheinander bringen, um das Bodenleben nicht unnötig zu stören. Wir fahren so wenig wie möglich mit schwerem Gerät auf die Felder und Wiesen, um eine Verdichtung des Bodens zu vermeiden; ein verdichteter Boden ist weniger lebendig, da weniger Sauerstoff in ihm Platz hat und er weniger Wasser speichern kann, was zu Verschlämmung und Erosion führt.

 

 

Die Pflanzen in unseren Gewächshäusern und draußen die Beeren bekommen eine luftige Mulchschicht aus Laub, die ein zu schnelles Austrocknen verhindert und nebenbei das Wachstum des Beikrauts unterdrückt. In der Mulchschicht entsteht ein feuchtwarmes Klima, was die Bodenorganismen motiviert, an ihre Arbeit zu gehen. Das Material wird zerkleinert, von den Regenwürmern in die Erde gezogen, und es entsteht ein nährstoffreicher Boden.

 

Auch im Freiland wollen wir Stück für Stück noch mehr mit Mulchmaterial arbeiten. Hannes macht das schon jetzt teilweise mit dem Schnitt der Gründüngung.

 

 

 

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