In der Anzucht arbeiten wir mit ökologischem Saatgut, wenn möglich aus biodynamischer Vermehrung. Dieses Saatgut sollte samenfest sein und darf nicht mit Hilfe der CMS-Technik (sh. unten Exkurs) entstanden sein.

 

 

 

 

Was bedeutet das, und warum ist es so wichtig?

 

Das Saatgut hat es ganz schön in sich, und zwar in zweierlei Hinsicht: Es ist immer wieder ein Wunder, wie aus so einem winzigen Samen eine komplette Pflanze wachsen kann. Alle Informationen für das spätere Aussehen des Stängels, der Blätter, der Frucht und für den Geschmack sind darin vorhanden. Und die Pflanze gibt später diese Grundlagen wiederum mit ihren Samen weiter – so zumindest sieht der Plan der Natur aus.

Doch nicht mehr alle Pflanzen sind fähig, sich erfolgreich zu vermehren. Wir Menschen haben ihnen diese Fähigkeit genommen, und zwar zugunsten hoher Erträge und anderer für die moderne Landwirtschaft passender Eigenschaften. Es sind die sogenannten Hybride entstanden, die auf Saatgut-Päckchen durch die Bezeichnung F1 zu erkennen sind. Durch bewusste Inzucht und anschließende Selektion wurden die gewünschten Merkmale wie hoher Ertrag, große oder feste, transportstabile Früchte verstärkt. Diese Eigenschaften hat die erste Nachkommen-Generation der durch Inzucht entstandenen Eltern-Linien voll ausgeprägt, und zwar uniform, bei allen Individuen gleichermaßen. In der nächsten Generation jedoch spalten sich die Merkmale auf, denn dieses Saatgut ist nicht samen- oder sortenfest, und der Landwirt oder Gärtner weiß beim Säen nicht, wie sich die Pflanzen entwickeln werden. Deshalb wird er – will er seine Wirtschaftsweise nicht radikal ändern – jedes Jahr neu das Saatgut der großen Konzerne kaufen müssen.

 

 

Diese Entwicklung ist fatal: Wirtschaftliche Abhängigkeiten entstehen; alte Sorten gehen verloren, die durch ihre teilweise Jahrhunderte dauernde Entwicklung optimal an ihren jeweiligen Standort angepasst waren; Pflanzen aus Hybridsaatgut sind weniger robust, anfälliger für Krankheiten und Schädlinge, so steigt bei den konventionell wirtschaftenden Betrieben der Bedarf an Dünge- und sogenannten Pflanzenschutzmitteln, die zwar kurzfristig Wirkung zeigen, langfristig jedoch keinesfalls zu erhöhter Boden- und Pflanzengesundheit beitragen; sie belasten die Natur und unseren Körper.

 

Der Großteil unseres Saatguts kommt von Bingenheimer Saatgut; wir vermehren leider nur sehr wenig selbst, und dieser Zusammenschluss von Vermehrern ist überaus unterstützenswert.

Unser Anbau soll eine runde Sache sein, so rund wie möglich. Und dazu gehört ökologisches, samenfestes Saatgut. Übrigens kann man das auch schmecken, denn diese (mitunter alten) Sorten wurden nicht nur im Hinblick auf ein hübsches Äußeres gezüchtet: Hier zählen auch die inneren Werte wie das Aroma.



Exkurs CMS-Saatgut

 

Was die Verbände Bioland, Demeter und Naturland komplett ablehnen, ist der Einsatz von CMS-Hybriden. Auch hierüber wollen wir kurz informieren:

 

 

CMS steht für cytoplasmatisch-männliche Sterilität. In der Natur kommt eine solche Unfruchtbarkeit männlicher Pollen bei einzelnen Pflanzen durchaus vor, vor allem bei Sonnenblumen, Zwiebeln, Möhren oder japanischem Rettich. Diese Eigenschaft ist für die Züchtung von Hybridsaatgut von Vorteil, da sich hier die Elternlinien nicht selbst befruchten dürfen. Es muss also der männliche Samen entfernt werden, was sehr umständlich ist. Einfacher ist es, im Labor durch Zellfusion männliche Sterilität zu erreichen: Die Information über Sterilität gelangt zum Beispiel aus dem Zellplasma des japanischen Rettichs in das Zellplasma des Blumenkohls, mit dem Hybridsaatgut gezüchtet werden soll.

Es werden also artübergreifend Zellen miteinander verschmolzen, um schneller zum Ziel zu kommen.

 

 

 

Im Gentechnikgesetz sagt die EU, dass Zellfusion zur Gentechnik gehört, macht aber für CMS-Hybride eine Ausnahme, da diese Eigenschaft der männlichen Sterilität ja auch auf natürlichem Wege übertragen werden könnte.

 

Die Integrität der Pflanze ist hier nicht gewahrt, Demeter hat 2005 als erster Verband CMS-Sorten für den Anbau ausgeschlossen.

 

 

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