Alltag in ungewöhnlichen Zeiten

Auch und vielleicht gerade in diesen Zeiten wollen wir Sie teilhaben lassen an unserem Alltag hier in der Gärtnerei. Wir schätzen uns glücklich, hier an diesem Ort zu leben, sowieso und gerade jetzt und dass es für uns so gut wie keine Veränderungen gibt. Natürlich ist die aktuelle Situation ab und an in unseren Gedanken und Gesprächen, wir fragen uns, was diese Zeit für die Gesellschaft, für die Welt bedeuten kann, wo sie uns hinführen kann oder sollte. Dazu aber demnächst noch etwas mehr…

 

Wir wissen, dass es Menschen gibt, vielleicht auch Sie, die gerade vor wirklichen Herausforderungen stehen oder mittendrin stecken, sei es finanziell oder gesundheitlich. Vielleicht können wir Ihnen mit den guten Sachen vom Marktstand und der Abokiste und den Berichten über unsere Arbeit und das, was uns umtreibt, zumindest eine kleine, freudige Auszeit bereiten.

 

Der Marktstand an der Waldorfschule Würzburg läuft trotz Schulschließung weiter, auch in den Ferien; die Abokiste erfährt viel Zulauf und Charlotte hat gut zu tun.

 

In der Gärtnerei geht es jetzt richtig los, diese Zeit und die kommenden Wochen sind sehr arbeitsintensiv: Die niederstämmigen Topazbäume haben wir schon im Winter geschnitten, jetzt waren noch die Apfel-, Birn- und Zwetschgenbäume auf der Obstbaumwiese dran. Unsere drei Zebus, die dort weiden, haben sich gefreut, sie knabbern so gern an den Ästen und Knospen. Im Herbst fressen sie auch das herunterfallende Laub.

Auf artenreichen Weiden mit Wildkräutern suchen sich auch domestizierte Rinder übrigens intuitiv das, was ihnen gerade gut tut. Auch wir Menschen sind dazu fähig, nur haben wir uns in unserer Entwicklung und im vermeintlichen Fortschritt leider sehr weit von uns selbst entfernt, die meisten von uns vertrauen viel zu wenig ihrer Intuition. Wir hören auf die verschiedensten Stimmen, die von außen an uns herankommen, nehmen eine Menge teilweise stark verarbeitete Nahrungsmittel zu uns und manchmal essen wir sogar, um andere Gefühle zu kompensieren. Dabei entfernen wir uns immer mehr von der Natur, auch von unserer eigenen. Manchmal probiere ich Gemüse und Pflanzen direkt vom Feld, die für gewöhnlich eher gekocht werden oder gar nicht erst den Weg auf unsere Teller finden: Da ist der frisch-grüne Geschmack einer kleinen Zucchini, in die ich reinbeiße (naja, das dauert noch ein paar Tage) oder die Würze der Vogelmiere, die sich in den Gewächshäusern als Beikraut ausbreitet, und zu Mittag ein roher Spinat-Vogelmiere-Salat mit Apfel und Sonnenblumenkernen.

 

Was wir derzeit an Gemüse ernten, wächst in den Gewächshäusern. Vielleicht fällt Ihnen auf, auch in den Bioläden etc., dass die ersten frischen Gemüse aus Deutschland hochpreisiger sind. Der Arbeitsaufwand ist hier ziemlich hoch: Die meisten Beete decken wir auch in den Häusern nachts mit einem Vlies ab, das die Wärme des Tages ein bisschen hält. Tagsüber nehmen wir die Vliese ab, damit die Pflanzen gut Licht bekommen. Natürlich brauchen sie Wasser, das wir aber bei Frostgefahr abends ausschalten und die Leitungen leerlaufen lassen, damit sie nicht auffrieren. Damit wir ruhig schlafen können, gehen wir vor besonders kalten Nächten am Abend nochmal raus, kontrollieren die Heizungen und prüfen, ob die Gasflaschen noch voll genug sind; zwei von den drei Folienhäusern halten wir frostfrei, denn Zucchini, Kohlrabi, Blumenkohl und Brokkoli sind empfindlicher als z.B. Salat und Spinat. Im Glashaus wachsen schon Gurken, dort stehen auch unsere kleinen Tomaten und Paprika, die wir letztens pikiert haben, sie brauchen ca. 12-15°C. Aber glücklicherweise kündigt sich ja jetzt der Frühling mit höheren Temperaturen an, so sind wir zumindest die nächtliche Sorge um die Pflänzchen los.

 

Bis zum nächsten Mal – Ihnen viele achtsame Momente, sorgen Sie gut für sich.

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Kommentare: 2
  • #1

    Sandra (Dienstag, 30 Juni 2020 22:10)

    Hallo Melanie,
    habe gerade die schönen Fotos von euerm Gemüse bewundert. Echt beeindruckend !
    Vielen Dank auch noch für die süßen Püppchen aus getrockneten Mohnkapseln im Lavendel- Strauss.
    Liebe Grüße
    Sandra

  • #2

    Melanie (Mittwoch, 01 Juli 2020 09:33)

    Hallo Sandra,
    ja, das sind die Mohnkapseln von dir :) Es sind immer noch ganz viele da. Wenn das ganze Gemüse nicht wäre, könnte ich direkt in die Produktion von Mohnfräuleins einsteigen ;) Das Gemüse wächst und gedeiht und zum Glück hat der Starkregen und Hagel vergangenes Wochenende keine allzu schlimmen Spuren hinterlassen.
    Liebe Grüße von mir zu dir
    Melanie

 

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